86 Veedel in Köln

Durch die sprunghafte Zunahme der Bevölkerung war im 19. Jahrhundert
eine Erweiterung der Stadt unumgänglich geworden. Da die Preußen 1815
Köln zu einer Festungsstadt gemacht hatten, lag um die mittelalterliche
Stadtmauer eine weitere Befestigungsanlage mit Forts und Lünetten, die
in preußischem Besitz waren.1881 gelang es der Stadt, dieses Gelände
mit Stadtmauer und Befestigungsanlagen für 12 Millionen Mark zu kaufen.
Endlich konnte Köln wachsen und im Laufe der Zeit wurden Nachbarorte
und Städte eingemeindet, sodass Köln heute aus 86 Stadtteilen (Veedeln)
besteht. Wir möchten Ihnen diese gerne vorstellen und fangen mit A wie
Agnesveedel an.

 

Agnesveedel


Lebensart rund um St. Agnes
November 1896. Ein Spatenstich leitet den Bau der zweitgrößten Kölner
Kirche nach dem Dom ein: der Kirche St. Agnes. Bis dato lagen hier gera-
de
einmal ein paar Bauernhöfe und Kappesfelder vor dem Stadttor. Doch
Köln wuchs, wuchs über sich hinaus. Und so entstand mit der Kirche das
gesamte Agnesviertel als ein Bürgerviertel zwischen Ebertplatz und
Innere Kanalstraße.

Das Viertel und die Kirche verdanken ihren Namen einem Mann namens
Peter Josef Roeckerath, einstmals Religionslehrer und Vater von – Sie
lesen richtig – zwölf Kindern. Der hatte zum Grundstücksmakler umge-
schult,
denn damit ließ sich das Dutzend Sprösslinge um Längen besser
ernähren. Doch dann traf Roeckerath ein schwerer Schlag. Seine Ehefrau
starb. Die damals erst 44-Jährige war die reiche Tochter eines Kappes-
bauern
gewesen. Ihr Name: Agnes, geborene Schmitz. Und so stiftete
Roeckerath nicht zuletzt mit dem Geld und dem Grundbesitz aus der Mitgift
die Pfarrkirche St. Agnes. Eine gotische Hallenkirche wollte er für seine
Frau, ganz „ohne Helm“, also ohne Spitzturm. Die bekam der Stifter auch:
Von oben hat man beim sommerlichen Pfarrfest aus 62 Meter Höhe einen
wunderbaren Blick auf das Viertel. 1905 übrigens, als Roeckerath starb,
bewirkte der damalige Pfarrer etwas sehr Ungewöhnliches, mit Petitionen
an Kirche und Stadt: Er ließ Roeckerath nicht etwa auf einem Friedhof bei-
setzen,
sondern in einer westlichen Seitenkapelle der Agneskirche, wo das
Grab bis heute zu sehen ist.
 

Beliebte Wohngegend
In den Gründerzeitbauten wohnen die etwas wohlhabenderen Kölner.
Man geht ganz gerne mal zum französischen Koch nebenan, gönnt sich
samstags 250 Gramm echten Parmaschinken oder liest nach dem Boule
spielen die „taz“ im „Café Elefant“ in der Weißenburgstraße. Dort
sind
die selbstgemachten Kuchen besonders lecker.
Hier im Veedel lebt der Jurist vom nahen Oberlandesgericht am Reichens-
bergerplatz
genauso wie der Köbes vom „Stüsser“ an der Neusser Straße
und die ein oder andere Verlagslektorin. Übertrieben wäre es, von einem
Edel-Veedel zu sprechen, aber eben nur etwas. Denn die teuren, schicken
Altstadtwohnungen stehen bei vielen ganz oben auf der Wunschliste.
Die beliebte Wohngegend rund um die Agneskirche beleben einige Attrak-
tionen.
Das Weinmuseum verkauft unter dem abgeschrägten Rebendach
eine ganze Palette an internationalen Flaschen, das Schwimmbad mutiert
im Winter zur beliebten Eishalle, und das Kulturzentrum „Alte Feuerwache“
hat neben dem Diskussionsabend zum Thema „Asyl“ durchaus auch mal
einen Anfängerkurs für Jazz-Dance im Programm. Wo bis Mitte
der
1970er-Jahre Feuerwehrwagen parkten, gibt es heute an der Melchior-
straße
ein Kulturbürgerhaus mit Theaterprogramm, Ausstellungen,
Fahrradreparaturshop, Caféterrasse und schönem Innenhof. Die „Alte
Feuerwache“
ist vor allem bei jungen Familien beliebt. Ein attraktives
Milieu für
Agnes’ Nachfahren.

 

Dauer: 1,5 -2 Std.

Diese Führung ist nur als individuelle Führung buchbar, auch fremdsprachlich.
Sie bestimmen selbst den Tag und den Beginn der Führung und können mit
max. 20 Personen daran teilnehmen.
Gruppenpreis (1,5 Std.) 129,00 € auf deutsch, 144,00 € als fremdsprachliche
Stadtführung, Parallelführungen sind möglich
Gruppenpreis (2,0 Std.) 139,00 € auf deutsch, 159,00 € als fremdsprachliche
Stadtführung, Parallelführungen sind möglich
Bei der individuellen Führung entfällt der Fahrausweis!

 

Diese und andere individuelle „Veedels-Führungen“
buchen Sie telefonisch unter
0221 310 33 85

oder per Mail über unser
Buchungsformular


Weitere Informationen erhalten Sie unter dem Menüpunkt Information.

 

koeln-Veedel

 

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